ECHO ECHO ECHO OF A AN ECHO O N ECHO OF ECHO OF A CHO OF AN HO OF AN E O OF AN EC OF AN ECH F AN ECHO AN ECHO O N ECHO OF ECHO OF A CHO OF AN HO OF AN E F AN ECHO OF AN ECH O OF AN EC AN ECHO O N ECHO OF I AM AN ECH O OF AN EC HO OF AN E CHO OF AN
ECHO
EchoText
Tous les échos de la mémoire, si on pouvait les réveiller simultanément, formeraient un concert, agréable ou douloureux, mais logique et sans dissonance. – Baudelaire evoziert Erinnerung als Echo: les échos de la mémoire. Erinnerung als Echo stellt das Erinnern nicht als Rekonstruktion einer Vergangenheit dar, sondern in der Form von Fragmenten und Refraktionen von Verlorenem. Das Bild-Echo, Echo-Bild einer Erinnerung. Immer leiser, immer ferner, blasser. Endlich die weiße Stille. Die Akustik des absoluten Schweigens. Der eigene Herzschlag ist das Echo eines großen, eines ungeheuren unhörbaren Klangs. Erika Burkart  
Sowenig Erinnerung die maßstabsgetreue Reproduktion des Vergangenen ist, ist ein Echo die originalgetreue Kopie seines Originals. In Alvin Luciers Stück (I am sitting in a Room) ist musikalische Erinnerung mehr als nur Wiederholung. Jede Repetition zieht ihrem Vorgänger etwas ab und fügt ihm etwas hinzu (Hall z.B., aber auch Phasenverschiebung, Überlagerung). Ein Echo, das - so verstanden - Vergangenes nicht nur repetiert oder mechanisch abschwächt, sondern vielmehr musikalische Ereignisse permanent modelliert, versetzt und rekombiniert, kommt Formen menschlichen Erinnerns wesentlich näher, als es die effizientesten "Memory Devices" der Computerindustrie vermöchten. Doch gleichzeitig sind diese musikalischen Echos gerade durch die Komplexität ihrer Erinnerungsmechanismen perfekte Maschinen des Vergessens. Nie erscheint ein Klang wie zuvor, und jedes musikalische Ereignis, das diesen Mechanismen zugetragen wird, ist bereits passé in dem Moment, in dem es erklingt. Mathias Fuchs: Total Recall – Erinnern und Vergessen in der Musik Kunstforum, Band 127
Echo versöhnt                                                                                                                                                                                                                                                                                       Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie
Das Schöpferische im Menschen ist eine Auswirkung des Schöpferischen in der Welt; das der Welt, beziehungsweise „des Himmels“, ist genuin; das des Menschen sekundär: ein bewusstseinsmäßiges Nachholen, gleichsam der Ton, der im Echo zu sich selber erwacht.                                                                                                                                                                              Jean Gebser: „Ursprung und Gegenwart“, München 1973
Echo des Himmels! heiliges Herz! warum, Warum verstummst Du unter den Lebenden, Schläfst, freies! von den Götterlosen Ewig hinab in die Nacht verwiesen?                                                                                                                                 
Overhead the albatross hangs motionless upon the air And deep beneath the rolling waves in labyrinths of coral caves The echo of a distant tide Comes willowing across the sand And everything is green and submarine And no one showed us to the land And no one knows the wheres or whys But something stirs and something tries And starts to climb towards the light Strangers passing in the street By chance two separate glances meet And I am you and what I see is me And do I take you by the hand And lead you through the land                                                                                                                                                                                                                                                                     
Pink Floyd: Echoes
Where is Echo, beheld of no man, Only heard on river and mere,-- She whose beauty was more than human? But where are the snows of yester-year?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Dante Gabriel Rossetti   
Echo-Praktiken sind nicht alleine auszuführen, sie finden in Verhältnissen statt, im Sozialen, in Gemeinschaft, unter- und mit- und gegeneinander. Im besten Sinne zeugen sie von Verhältnismäßigkeiten, die fortwährend und immer wieder aufs Neue ihrer Aushandlung harren.                                
Friedrich Hölderlin: Ermunterung
Veronika Darian: Echo-Stimmen:Streik!: Die Praxis der/des Echo. Zum Theater des Widerhalls, Frankfuhrt a.M. 2015
Rainer Nägele: Echos: Übersetzen, Basel 2002
ECHO ECHO EchoText
Tous les échos de la mémoire, so on pouvait les réveiller simultanément, formeraient, agreeable ou douloureux, mais logique et sans dissonance. – Baudelaire evoziert Erinnerung als Echo: les échos de la mémoire. Erinnerung als Echo stellt das Erinnern nicht als Rekonstruktion einer Vergangenheit dar, sondern in der Form von Fragmenten und Refraktionen von Verlorenem. Rainer Nägele: Echos: Übersetzen, Basel 2002
Sowenig Erinnerung die maßstabsgetreue Reproduktion des Vergangenen ist, ist ein Echo die originalgetreue Kopie seines Originals. In Alvin Luciers Stück (I am sitting in a Room) ist musikalische Erinnerung mehr als nur Wiederholung. Jede Repetition zieht ihrem Vorgänger etwas ab und fügt ihm etwas hinzu (Hall z.B., aber auch Phasenverschiebung, Überlagerung). Ein Echo, das - so verstanden - Vergangenes nicht nur repetiert oder mechanisch abschwächt, sondern vielmehr musikalische Ereignisse permanent modelliert, versetzt und rekombiniert, kommt Formen menschlichen Erinnerns wesentlich näher, als es die effizientesten "Memory Devices" der Computerindustrie vermöchten. Doch gleichzeitig sind diese musikalischen Echos gerade durch die Komplexität ihrer Erinnerungsmechanismen perfekte Maschinen des Vergessens. Nie erscheint ein Klang wie zuvor, und jedes musikalische Ereignis, das diesen Mechanismen zugetragen wird, ist bereits passé in dem Moment, in dem es erklingt. Mathias Fuchs: Total Recall – Erinnern und Vergessen in der Musik Kunstforum, Band 127
Echo versöhnt                                                                                                                                                                                                                                     Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie
Das Schöpferische im Menschen ist eine Auswirkung des Schöpferischen in der Welt; das der Welt, beziehungsweise „des Himmels“, ist genuin; das des Menschen sekundär: ein bewusstseinsmäßiges Nachholen, gleichsam der Ton, der im Echo zu sich selber erwacht.                                             Jean Gebser:„Ursprung und Gegenwart“, München 1973
Echo des Himmels! heiliges Herz! warum, Warum verstummst Du unter den Lebenden, Schläfst, freies! von den Götterlosen Ewig hinab in die Nacht verwiesen?                                                                                                                                 
Overhead the albatross hangs motionless upon the air And deep beneath the rolling waves in labyrinths of coral caves The echo of a distant tide Comes willowing across the sand And everything is green and submarine And no one showed us to the land And no one knows the wheres or whys But something stirs and something tries And starts to climb towards the light Strangers passing in the street By chance two separate glances meet And I am you and what I see is me And do I take you by the hand And lead you through the land                                                                                                                                                                                                                                                                     
Pink Floyd: Echoes
Where is Echo, beheld of no man, Only heard on river and mere,-- She whose beauty was more than human? But where are the snows of yester-year?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dante Gabriel Rossetti  
Echo-Praktiken sind nicht alleine auszuführen, sie finden in Verhältnissen statt, im Sozialen, in Gemeinschaft, unter- und mit- und gegeneinander. Im besten Sinne zeugen sie von Verhältnismäßigkeiten, die fortwährend und immer wieder aufs Neue ihrer Aushandlung harren.  
Das Bild-Echo, Echo-Bild einer Erinnerung. Immer leiser, immer ferner, blasser. Endlich die weiße Stille. Die Akustik des absoluten Schweigens. Der eigene Herzschlag ist das Echo eines großen, eines ungeheuren unhörbaren Klangs. Erika Burkart
Friedrich Hölderlin: Ermunterung
Veronika Darian: Echo-Stimmen:Streik!, in: Veronika Darian, Micha  Braun, u.a. (Hrsg.): Die Praxis der/des                            Echo. Zum Theater des Widerhalls, Frankfuhrt a.M. 2015